Döbeln damals | Denkmäler | Schlegelbrunnen
altes Stadtwappen von Döbeln
Startseite Was ist neu ? Holländerturm zur offiziellen Internetseite der Stadt Döbeln
Literatur Ansichtskarten Straßenverzeichnis Stadtpläne
Filmmaterial Gasthäuser & Hotels Bildarchiv Notgeld, Inflationsgeld und Lagergeld
Souvenirs Orden, Medaillen und Abzeichen Gemälde, Stiche und Drucke Linkempfehlungen
Pferdebahn Riesenstiefel Geschichte und  Geschichten Neueingänge
Theater Persönlichkeiten Denkmale Industriegeschichte
häufig gestellte Fragen Zugriffsstatistiken Suchliste Tauschbörse
Inhaltsübersicht Eintrag Newsletter Impressum, Kontakt & Datenschutzhinweis Gästebuch
Bismarckdenkmal
Bormanndenkmal
Clara Zetkin
Ernst Thälmann
Gymnasium Denkmal I
Gymnasium Denkmal II
Karl Marx
Kriegerdenkmal
Kriegerehrenmal
König Georg II
Lenindenkmal
Lutherdenkmal
Rote Armee Denkmal
Schlegelbrunnen
Turnvereindenkmal
Unteroffiziersdenkmal
VVN Denkmal

 

Schlegelbrunnen auf dem Obermarkt

Schlegelbrunnen Döbeln

Schlegelbrunnen

Der am 14. Juni 1827, also gerade vor 100 Jahren in Döbeln geborene, später in Dresden lebende Privatmann Johann Carl Gotthilf Schlegel setzte sich Anfang Juni 1910 mit Herrn Bürgermeister Müller, Herrn Stadtverordnetenvorsteher Professor Dr. Krantz, und Herrn Stadtbaumeister Richter in Verbindung, weil er die Absicht hatte, sein nicht unbedeutendes Vermögen größtenteils seiner alten Heimatstadt Döbeln zu hinterlassen.
Er hat die genannten Herren wiederholt zu Besprechungen über diese Angelegenheit nach Dresden eingeladen, die dazu führten, dass Schlegel zunächst 25.000 Mark bereitstellte zur Errichtung eines Zierbrunnens auf dem Obermarkte. Dieser soll gleichzeitig mit der Einweihung des neuen Rathauses der Öffentlichkeit übergeben werden. Schlegel hat ihn nicht zu sehen bekommen, denn er ist am 25. August zwanzig Tage nach Abfassung seines Testamentes infolge kurzer Krankheit sanft entschlafen. Im September gingen in Folge einer Ausschreibung mehrfache Bewerbungen berufener Künstler ein, und im Januar 1911 fand in der Aula der Schloßbergschule eine Ausstellung der eingegangenen Modelle statt. Die Herren Bürgermeister Müller, Prof. Dr. Krantz, Stadtbaumeister, Geh. Baurat Licht, Leipzig und Oberlehrer Schieferdecker aus Döbeln, beschlossen, das Modell „Taubenbrunnen“ zur Ausführung bringen zu lassen, ein Werk des Leipziger Bildhauers Johannes Hartmann.  Dazu wurde beschlossen: „Die Figuren sind in Bronzeguss, das Übrige in bayrischem Muschelkalk auszuführen.“
Das modellierte Bildnis des Stifters und die Aufschrift „Schlegelbrunnen“ lassen den Brunnen, dessen Hauptfigur auf die engen und wichtigen Beziehungen Döbelns zu seiner ländlichen Umgebung hindeuten soll, zugleich als Denkmal er-

scheinen. Die Übernahme und Einweihung des Schlegelbrunnens erfolgte anlässlich der Rathausweihe am 14. Oktober 1912. Die Gesamtausgaben für denselben betrugen 23.649 Mark und 59 Pfennige. Es konnten von den vorhandenen Mitteln 1.792 Mark und 68 Pfennige der Schlegelstiftung überwiesen werden. Der heimattreue Mann hatte bestimmt, dass man ihn in seinem Geburtsorte zur letzten Ruhe bringe, und so schlummert er auf unserem Niedergottesacker. Auf seinem Grabe steht ein von Herrn Stadtbaurat Richter entworfenen Denkmal, dass ihn als Wanderer darstellt, zu dessen beiden Seiten in Stein gehauen, die Worte stehen:

Der Pilger aus der Ferne
Zieht seiner Heimat zu
Dort leuchten seine Sterne
Dort sucht er seine Ruh.
Drum weckt ihn auch hinieden
Das Heimweh früh und spät,
Er sucht dort oben Frieden
Wohin sein Sehnen geht.


C. Schwender - Döbelner Heimatschatz,  Band 6, 1927