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Lutherdenkmal an der Nikolaikirche

Lutherdenkmal Döbeln

Lutherdenkmal an der Nikolaikirche

Ein Aktenstück unseres Stadtarchivs beschäftig sich mit der Feier der 400. Wiederkehr des Geburtstages Dr. M. Luthers und der Errichtung eines Lutherdenkmales. Der 10. November 1883 war der hochbedeutsame Erinnerungstag des evangelischen Deutschlands. Auf Veranlassung des Kultusministeriums gaben in Döbeln die Bürgermeister Thiele und Bezirksschulinspektor Hermsdorf die erste Anregung zu einer Lutherfeier. Ein aus Mitgliedern der städtischen Kollegien, des Kirchenvorstandes und Schulausschusses zu bildende Deputation sollte ein Programm für diese Feier entwerfen. Es wurde beschlossen, an die Schulkinder dem Andenken Luthers gewidmete Bücher evtl. Bilder zu verteilen, und an drei aufeinanderfolgenden Sonntagen im Saal des Hotel „Goldne Sonne“ öffentliche Vorträge über Luther halten zu lassen. Diese Vorträge wurden von Herrn Pastor em. Hingst, Leisnig (Einführung der Reformation in Döbeln), von Herrn Diakonus Colditz, Döbeln (Christentum und Volkstum in Luthers Persönlichkeit) und von Herrn Schuldirektor Richter, Döbeln (Luthers Bedeutung als Erzieher) übernommen und am 22. Oktober, den 29. Oktober und 5. November abgehalten. Am 31. Oktober fand ein großes Kirchenkonzert statt und am 10. November wurde ein Festgottesdienst abgehalten. Es wurde auch beschlossen, den Platz an der Kirche „Lutherplatz“ zu nennen und hier vier Luther-Eichen zu pflanzen; dieselben wurden aus Eisleben, Erfurt, Worms und Wittenberg bezogen. Der Stadtrat beschloss am 9. November 1883 später hier auch ein Lutherdenkmal errichten zu lassen. Es wurden zunächst in Restaurationen und Läden Sammelbüchsen ausgestellt um freiwillige Beiträge für ein solches Denkmal zu erlangen. Bis zum 13. November waren 95 Mark und 36 Pfennige eingelegt worden. Trotz dieses dürftigen Ergebnisses be-

schlossen am 4. Dezember 1883 auch die Stadtverordneten die Errichtung eines Lutherdenkmales auf dem Lutherplatze.Ein zu diesem Zweck gebildetes Komitee verfolgte den Gedanken der Mittelbeschaffung in den nächsten Jahren weiter. So ergab z.B. ein Konzert des Chorgesangvereins einen Betrag von 311 Mark und 11 Pfennige, andere Konzerte 236 Mark und 60 Pfennige, 83 Mark und 90 Pfennige und 215 Mark und 8 Pfennige.
Im Juli 1897 war der Lutherdenkmalsfonds auf 6.300 Mark gestiegen, als die Folgen der Wasserkatastrophe es geraten erscheinen ließen, zunächst die Errichtung eines Lutherdenkmales Zurückzustellen. Da gab am 7. April 1898 ein Ausschuss zur Förderung volkstümlicher Interessen erneut Anregung, den Plan doch baldigst zu verwirklichen, und als Meinungsverschiedenheiten in der Platzfrage zu Tage traten, wandte sich Herr Bürgermeister Thiele an keinen geringeren als an Professor Joh. Schilling mit der Bitte um eine gutachtliche Äußerung über die Eignung der vorgeschlagenen Plätze. Schilling hielt den Lutherplatz für ganz geeignet und empfahl, sich an die Dresdner Kunstgenossenschaft zu wenden. Da inzwischen die Stadt das Palitzsch´sche Haus gekauft hatte, um es abbrechen zu lassen, war der Lutherplatz erst recht der gegebene Ort für ein Lutherdenkmal. Im Juli 1900 war eine Konkurrenz unter der Dresdner Künstlerschaft vom Stadtrate beschlossen worden und Professor Schilling und Bildhauer R. Hölbe hatten das Preisrichteramt übernommen. Am 4. Oktober 1900 waren die Entwürfe im Kunstverein zu Dresden ausgestellt. Man wählte das Modell mit dem Kennwort „Geisterheld – Glaubensfeld“ und als das Kuvert mit dem gleichen Kennwort geöffnet wurde, fand man, dass der Hersteller der Dresdner Bildhauer Ernst Paul war. Diesem wurde nun die Ausführung eines Lutherdenkmales für Döbeln für den Preis von 8.000 Mark übertragen. Für das Postament wählte man Rochlitzer Porphyr. Die Statue besteht aus Bronze.
Am 18. August 1902 konnte das Denkmal enthüllt und geweiht werden, und man erkannte, dass hier ein Kunstwerk geschaffen worden war, auf das unsere Stadt und mit ihr der Bildhauer Ernst Paul stolz sein können. Mit steghafter Ruhe blickt der Reformator erhobenen Hauptes in der Richtung nach Rom, die Bibel mit beiden Händen an die Brust gedrückt: „Das Wort sie sollen lassen stahn!“. Der Weihetag war ein Höhepunkt in der Geschichte Döbelns.
Auf das Paulsche Werk war auch der Stadtrat zu Dippoldiswalde aufmerksam gemacht worden und ließ es mit Genehmigung des Rates der Stadt Döbeln noch einmal ausführen und zwar in Stein für das Gebirgsstädtchen Dippoldiswalde.

C. Schwender - Döbelner Heimatschatz,  Band 6, 1927
 

Das Lutherdenkmal wurde in den letzten Kriegsjahren des II. Weltkrieges zur Gewinnung von kriegswichtigem Buntmetall entfernt. Zum Einschmelzen des Denkmals ist es jedoch nicht mehr gekommen, es wurde 1959 auf einem Schrottplatz in Hamburg wiedergefunden und der Kirchgemeinde Döbeln kostenfrei zur Verfügung gestellt. Am 3. Dezember 1961 wurde das Lutherdenkmal wieder errichtet und seiner Bestimmung übergeben. Zur Wiederherstellung des Sockels sollen Abbruchreste vom abgerissenen Kriegerehrenmal auf dem Geyersberg verwandt worden sein. Die Reparaturarbeiten wurden damals vom Döbelner Bildhauer Professor Otto Rost vorgenommen.

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