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Kriegerdenkmal Döbeln auf dem Schloßberg und die weiteren Standorte

Kriegerdenkmal Schloßberg Döbeln

Kriegerdenkmal
auf dem Schloßberg in Döbeln

   Das Kriegerdenkmal, das den im Kriege 1870/81 Gefallenen errichtet wurde. Eine Niederschrift über die am 9. Juni 1871 abgehaltene Ratssitzung berichtet uns: „Man hält die Pflanzung einer Friedenseiche und die Aufstellung eines Erinnerungszeichens für die von hier aus ausgezogenen und im deutsch-französischen Kriege gefallenen Soldaten für nicht unangemessen, wie auch den Platz des Schloßbergplateaus für beides besonders und vorzugsweise passend.“ Zwei Tage vorher hatte das Stadtverordnetenkollegium beschlossen, es solle vor der neuen Bürgerschule auf dem Schloßberg auf Kosten der Stadt ein Obelisk mit den Namen der im Kriege Gebliebenen errichtet und mit Baumpflanzung umgeben werden,  jedoch wolle man zunächst die Ansicht des Stadtrates darüber hören. So begegneten sich also die Meinungen der städtischen Kollegien, jedoch wurde man später darüber einig, daß die Kosten durch öffentliche Sammlungen aufzubringen seien, damit sich jeder Döbelner, wie der Bürgermeister Thiele meinte, wenn auch mit dem kleinsten Betrage, beteiligen könne. Diesen schönen Gedanken legten aber die meisten wohlhabenden Bürger zugunsten ihres Geldbeutels aus. An der Sammlung beteiligten sich viele wenig bemittelte mit 20 oder 25 Pfg. und zeigten so ihren guten Willen, aber nur wenige verstanden sich zu einem oder mehreren Talern. Das Gesamtergebnis betrug 173 Taler 3 Groschen 5 Pfennig. Auch ein erneuter warmherziger Aufruf des Herrn Bürgermeisters hatte wenig Erfolg. Herr Dr.med. Weidner veranstaltete eine Verlosung, die einen Überschuss von 30 Talern 1Rgr 1Pfg ergab. Die Döbelner Bildhauer Engelhardt und Schulze wurden nunmehr veranlasst, Zeichnungen und Kostenanschläge einzureichen. Am 14. März 1872 wurde dem Letzteren der Auftrag erteilt, das Denkmal auszuführen, nachdem er sich bereit erklärt hatte, dasselbe für 170 Taler zu liefern. Später erhöhten sich aber die Kosten um ein Beträchtliches und man beschloss, den fehlenden Betrag aus städtischen Mitteln zu beschaffen.

   So wurde nun die Herstellung des schlichten Denksteins, wie er noch heute auf dem Schloßberg steht, möglich, und die Namen der Helden, die gegen den Feind aus Döbelns Mauern zogen und nicht wieder in die Heimat zurückkehrten, sind hier der Nachwelt aufbewahrt. Nur der Name des tapferen Ernst Lange fehlt, der auch im Kampfe gefallen war. Seine Angehörigen gaben die für erforderlich gehaltene Genehmigung nicht zur Anbringung seines Namens auf dem von Döbeln geschaffenen Denkmal.
   Über die Weihe des Denkmals wird berichtet, dass sie eine ehrende Feierlichkeit war von freundlichem Wetter begünstigt und durch die Teilnahme eines überaus zahlreichen Publikums ausgezeichnet. Sonntag, den 16. Juni 1872, vormittags 11 Uhr versammelten sich vor der Schloßbergschule die Oberklassen der hiesigen Schulen mit Ihren Lehrern. Das Geläut aller Glocken begrüßte den Zug, an dessen Spitze die Geistlichkeit trat. Die geladenen Gäste und Vereine folgten, und auf dem südöstlichen Teil des Schloßberges, wo das neue Kriegerdenkmal errichtet war, wurde um dieses herum Aufstellung genommen. Nach 15 Minuten schwiegen die Glocken und „Ein feste Burg ist unser Gott“ erbrauste es nun über dem Muldental dahin. Herr Pastor Krebs hielt die Weiherede: Schülerinnen legten Kränze am Denkmal nieder; der Gesangverein Arion stimmte das „Siegeslied“ von Jul. Sturm an, und nachdem dies verklungen war, hielt Herr Bürgermeister Thiele eine Ansprache an die Festversammlung. Dann wurde noch die „Wacht am Rhein“ gesungen, und unter dem Geläut der Glocken verließ man den Platz der erhebenden Feier.
   Im Laufe der Jahrzehnte hat an demselben so schön gelegenen Orte oft eine Gedenkfeier stattgefunden, und so ist er doppelt geweiht, aber alles fließt und ändert sich. Schon öfters ist der Wunsch laut geworden, dem Denkmal einen anderen Platz zu geben, und eben jetzt tritt die Notwendigkeit immer stärker hervor, den Schloßberg ausschließlich der Schule zur Verfügung zu stellen. Könnten sich die städtischen Kollegien vielleicht entschließen, den Abhang vor der ehemaligen Beckschen Lederfabrik zu wählen? Jedenfalls ist zu wünschen, daß das einfache Erinnerungszeichen an Deutschlands größte Zeit in seiner jetzigen Gestalt erhalten bleibt und noch vielen, vielen kommenden Geschlechtern Kunde gibt von dem Freiheitswillen ihrer Vorfahren. 


C. Schwender - Döbelner Heimatschatz,  Band 6, 1927
 

Das Kriegerdenkmal wurde, wir bereits im o.a. Text angedeutet, Ende der 1920er Jahre an einen neuen Standort, in die Parkanlage an der Staupitzstraße umgesetzt. Später, Zeitraum leider nicht bekannt, erfolgte eine erneute Umsetzung, diesmal  in die Parkanlage an der Wappenhenschstraße. Wann das Denkmal dann hier endgültig abgebrochen wurde, ist leider auch nicht bekannt.

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