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Die Industriegeschichte der Stadt Döbeln

Sonstige Industrie

     Buchdruckereibetriebe gibt es hier fünf. Die älteste und größte Buchdruckerei ist die der Firma Adolph Thallwitz. Sie wurde 1837 von J.W. Thallwitz gegründet und gibt seit 1838 den Döbelner Anzeiger heraus. Seit 1888 ist mit dieser Buchdruckerei auch Lithographie und Steindruckerei und seit 1891 Buchbinderei verbunden, womit die Leistungsfähigkeit erhöht wurde. Inhaber sind seit 1901 Otto und Richard Thallwitz. Das Unternehmen beschäftigt zur zeit über 70 Personen, Setzer, Lithographen, Buch und Steindrucker, Beamte und Hilfspersonal. Im Betriebe sind 1 Rotationsmaschine, 6 Schnellpressen, 3 Tiegeldruckpressen, 1 Setz und Zeilengießmaschine, 12 Elektromotoren und zahlreiche Hilfsmaschinen.
     Seit 1870 besteht die Buchdruckerei von Heinrich Lux, welche von G. A
. Amm in der Ritterstraße gegründet, von Heinrich Lux schon 1872 übernommen und nach dem Niedermarkt, 1884 nach der Frohnstraße verlegt wurde. Inhaber sind seit dem Tode von Heinrich Lux dessen Söhne Johannes & Karl Lux.
     Im Jahre 1876 entstand die Buchdruckerei von Emil Thallwitz in der Zwingerstraße, welche 1895 nach Ritterstraße 12 und 1899
nach Ritterstraße 36 verlegt wurde. Inhaber ist seit 1911 Willi Irmscher. Richard Holle errichtete im Jahre 1888 eine Buchdruckerei, diese befindet sich seit 1898 im Hause Schloßberg 1.
     Seit 1894 ist auch mit der 1869 gegründeten Buchbinderei und Papierhandlung von Heinrich Kröner eine größere Buchdruckerei verbunden für welche im Jahre 1901 ein Betriebsgebäude Moltkestraße 7 errichtet wurd
e. Daselbst sind 4 Schnellpressen und 2 Tiegelpressen sowie die nötigen Hilfsmaschinen im Gange. Inhaber des Unternehmens sind jetzt Heinrich Kröner sen., Alfred Malz, Arthur Johannes und Otto Curt Kröner.
     Ziege
leien gab es vor 20 Jahren in unserer Stadt 9, dazu noch 2 in Greußnig und Großbauchlitz. Inzwischen sind diejenigen von Nolte an der Bahnhofstraße, Welt an der Dresdner Straße, Zimmermann in der Waldheimer Straße, Großer am Stockhausener Weg und Kiesel in Großbauchlitz stillgelegt worden. Es bestehen jetzt C. Reiters Dampfziegelei G.m.b.H. im Rößchengrund, die Ziegeleien von Baumeister Dietrich (früher Simon) im Rößchengrund, Baumeister Eulitz (früher Hebenstreit) an der Ziegelstraße, Baumeister Gersten an der Gärtitzer Straße und Th. Riedels Steinfabrik (seit 1893) an der Mastener Straße. Die hiesigen Ziegeleien arbeiten mit Dampfkraft und stellen in der Hauptsache Mauersteine her. In der elektrisch betriebenen Ziegelei von Gebr. am Ende in Greußnig werden hochwertige, hartgebrannte, rote und gelbe Dach und Turmziegel, Dachfirsten, Gartenbeeteinfassungen sowie Mauerziegel zu Roh und anderen Bauten angefertigt.
     In der Nähe der Stadt gedeihen noch andere industrielle Unternehmungen, von denen verschiedene den Wasserkräften der Mulde und der Zschopau ihr Bestehen verdanken. Im Muldentale aufwärts, unweit des Schweizerhaus befindet sich die Pappen und Bieruntersatzfabrik von Cl. Hammer in Mahlitzsch. Im Tale abwärts erblicken wir das Dampf- und Hobelwerk von Theodor Klinkert in Masten und die Technitzer Papierfabrik. Letztere gehört jetzt der Aktiengesellschaft Limmritz-Steina, welche in Limmritz noch eine Holzstoffabrik und in Steina eine Papierfabrik besitzt. In Limmritz gibt es auch die Papierwarenfabrik und Druckerei Kurt Hohlfeld (Inhaber: Hohlfeld und Liebe), in Pischwitz 4 die Lederpappenfabrik Th. Ficker (Inhaber Uhlmann), in Töpeln eine Niethammersche Holzstoffpappenfabrik, in Rittmitz das Kalkwerk von Karl Kühn und in Trebanitz und Münchhof die Roßbergschen Kalkwerke.

H. Zscherpel
erschienen in der Festschrift zum Heimatfest Döbeln vom 20. - 2. Juni 1914