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Geschichte und Geschichten - Beiträge zur Döbelner Geschichte

Veröffentlichung des folgenden Beitrags mit freundlicher Genehmigung von:

www.doebeln-entdecken.de

Riesenstiefel - Döbeln in Erwartung der Rückkehr des ledernen Riesen-Maskottchens

     In der jüngeren Vergangenheit der tausendjährigen Geschichte erhielt Döbeln manchen Beinamen. So wurde Döbeln die „Stadt der Dreien“ genannt. Dieses wegen der auffälligen Dreizahl von baulichen und landschaftlichen Besonderheiten. Bis heute ist Döbeln als „die Stadt auf der Insel“ bekannt, weil die Döbelner „Urstadt“ in grauer Vorzeit zwischen den sie umfassenden Muldenarmen entstand. Heute, verjüngt und schmuck anzusehen, ist sie über acht Brücken mit dem Festland des gewachsenen Döbelns verbunden.
     Am Ende des furchtbaren 2. Weltkrieges erhielt Döbeln den stolzen Namen „Goldene Stadt“, aber nicht aus großspuriger Konkurrenz zum Goldenen Prag, wie man vermuten könnte. Döbeln, im Großstädtedreieck von Leipzig, Dresden und Chemnitz liegend, musste nicht das leidvolle Schicksal dieser Orte teilen. Döbeln erlebte das Kriegsende am 8. Mai 1945 nahezu unversehrt. Ein Beiname wird aber bis heute am meisten genannt: „Stiefelstadt Döbeln“. Dies jedoch nicht deshalb, weil hier die Schuhindustrie floriert und besondere Stiefel auf den Markt gebracht werden. Es geht schlicht und einfach um ein Einzelschuhwerk, genannt der „Döbelner Riesenstiefel“. In dessen Vita wollen wir mit Hilfe der Aufzeichnungen von Döbelner Chronisten blättern und müssen, wie so oft, bis in das mittelalterliche Stadtleben zurückschauen.
     Mit Beginn des 13. Jahrhunderts vereinigten sich zunehmend Handwerker und Gewerbetreibende verschiedener Berufe in Zünften und Innungen. Mit Anerkennung der allumfassenden Zunftordnung, die in der Zunftlade verwahrt wurde, bestand für ihre Mitglieder Zunftzwang. Es gab für alle Zunftzugehörige gleiche Pflichten und Rechte, durch welche die gesamte Berufstätigkeit geregelt und überwacht wurde. So die Anzahl der Gesellen und Lehrlinge je Meister, die Anzahl der Produkte, die gefertigt und auf dem Markt feilgeboten wurden, das Verbot der Kundenabwerbung, die Einhaltung der Produktqualität und vieles mehr. Auch soziale Belange, wie Krankheit und Invalidität der Zunftbrüder oder gar die Beerdigung Verstorbener, wurden in den Zunftgesetzen beachtet.
     Die Schuhmacherinnung von Döbeln zählte zu den ältesten derartigen Vereinigungen. Schon um 1300 besaßen die Schuhmacher für ihre Erzeugnisse sogenannte Schuhbänke vor dem Rathaus und konnten gegen Zahlung von Standgeld Ware anbieten. Nach Zahlung des Torpfennigs bestand ab 1383 auch für Auswärtige die Möglichkeit, ihre Waren in der Stadt zu verkaufen. Das älteste Dokument der Döbelner Schuhmacherinnung trägt das Datum vom 24. April 1325!
    
Machen wir nun einen historischer Zeitensprung über 600 Jahre in das Jahr 1925. Anlässlich des 600-jährigen Bestehens der Döbelner Schuhmacherinnung fand vom 1. bis 3. August 1925 eine Fachausstellung des Handwerkes in der Exerzierhalle (heute Sporthalle) und im Schützenhaus (heute Volkshaus) in der Döbelner Burgstraße statt. Obermeister Ferdinand Reichel, beeindruckt von dem Heidelberger Riesenfass, welches er 1923 auf Reisen bestaunte, gab damals die Anregung zur Anfertigung eines Riesenstiefels. Dieser sollte die Form eines Reiterstulpenstiefels der Wallensteiner im Dreißigjährigen Krieg, sechsmal größer als ein normaler Stiefel, erhalten und war dem damaligen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg gewidmet. Über die Innungsmeister der „Stiefelbaukolonne“, die in der Werkstatt von Ferdinand Reichel von Januar bis Juli 1925 zu Werke gingen, lesen wir in der „Döbelner Chronik 2000“:

     „In der Werkstatt des Obermeister Ferdinand Reichel fertigten in 750 Arbeitsstunden die Döbelner Innungsmeister Gustav Hofrichter, Ernst Schmalfuß, Karl Bräuer, Paul Naumann, sowie Paul Rasser aus Kattnitz und Reinhold Dietze aus Merschwitz unter der Oberleitung von F. Reichel jenes Denkmal des Döbelner Schuhmacherhandwerks.
Zehn ganze Rindshäute Oberleder und 92 kg Bodenleder wurden von verschiedenen Firmen gespendet. Der Stiefel ist ein gerader, also weder ein linker noch rechter! Er hat die Abmessungen: Sohle 190 x 73 cm, Absatz 45 x 42 cm bei 27 cm Höhe, Sporenraddurchmesser 50 cm. Gesamtstiefelhöhe 5,0 m, oberer Stulpenumfang 5,0 m, bei umgekrempeltem Schaft 3,70 m Höhe. Der Boden ist gedoppelt und mit 20 m Wäscheleine genäht. Sonst wurde mit 12/18 und 30 Fäden starkem Draht genäht. Schaft mit Futter und Kappen wiegen 55,0 kg, der gesamte Stiefel 200 kg. Zur inneren Aussteifung dienten ein Lattengestell und Holzwolle. Die Leistenfabrik M. Spenle, Ellrich am Harz, lieferte den aus spanischem Kork mit einer Gipsschicht überzogenen Leisten mit einem Gewicht von 64,0 kg. Aus Holz gefertigt, hätte er das stattliche Gewicht von 300 kg gehabt!“

     Die Präsentation des Riesenstiefels gehörte mit der Weihe der neuen Innungsfahne, dem Festumzug mit Stiefelwagen und Stiefelbaukolonne sowie dem abschließenden Feuerwerk im Döbelner Bürgergarten zur den Höhepunkten der drei Festtage.
     Danach begann für den Riesenstiefel ein reichlich bewegtes Leben in des Wortes wahrer Bedeutung. Eine Zeit, die für ihn von manchem Ungemach verschiedenster Art geprägt war. So musste er vielmals sein Quartier wechseln und war als Schauobjekt sehr oft auf Reisen in deutschen Landen, was ihm mit zunehmenden Alter naturgemäß immer schwerer fiel und sichtliche Spuren an seinem Äußeren hinterließ.

Zum besseren Verständnis dazu, seien nachfolgend einige Stationen seines Marschweges erwähnt:

     Nach der Ausstellung in der Exerzierhalle wechselte er in mehrere „Notunterkünfte“. Schuld war die damalige Weltwirtschaftskrise, die auch den Handwerkern arg zusetzte. Im Februar 1926 erhielt er, offiziell vom Reichspräsidenten genehmigt, den Beinamen Hindenburgstiefel. Am 10. Mai 1937 übernahm die Stadt Döbeln ihn per Vertrag und trug seitdem die Verantwortung für Aufstellung und den Erhalt des ledernen Riesen. Ein Jahr später vertrat er den Gau Sachsen auf einer Schau in der Hauptstadt Berlin.
     Nach der Übernahme durch die Stadt fand er ein „schönes Plätzchen“ im Ratskeller des Döbelner Rathauses. In den Jahren des zweiten Weltkrieges war zeitweise zu befürchten, dass man ihm „ans Leder“ wollte, aber 1941 als Kunstobjekt deklariert, wurde er fortan nicht „kv-gestellt“. Allein der aus Kork gefertigte Leisten fiel der allgemeinen Notlage zum Opfer. Das Material wurde 1946 für orthopädisches Schuhwerk verwendet.
    
Als im Mai 1945 das Rathaus zum Sitz des russischen Stadtkommandanten wurde, erhielt der Stiefel dort „Platzverweis“. Wahrscheinlich trug dazu der Name Hindenburgstiefel bei. Hatte doch der Namenspender im I. Weltkrieg als Generalfeldmarschall die damalige 8. Armee der Russen in Ostpreußen bezwungen. Neues Stiefelquartier wurde das Stadt- und Heimatmuseum Döbeln, welches ab November 1947 im Wappenhenschstift an der Oberbrücke untergebracht war. Aber die Russen ließen ihn dort nur fünf Jahre „ausruhen“. Im Mai 1952 erfolgte die Auslagerung des Museumsgutes samt Stiefel und die Kommandantur zog nun dort ein. Dafür kehrte „unser Großer“ wieder zurück in das Rathaus und fand seinen Platz im Treppenhaus. Zum Glück war er zu diesem Zeitpunkt noch „gut zu Fuß“ und stellte dies auch in der folgenden Zeitspanne, den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts, unter Beweis.
     Im Juni 1954 zählte er zu den Döbelner Sehenswürdigkeiten, die im Festumzug des 4.Döbelner Heimatfestes gezeigt wurden. Aber auch zu Festlichkeiten in Dresden, Freiberg, Grimma, Meißen und anderen sächsischen Städten war er ein gern gesehener und oft bestaunter Gast. Das ständige Reisen setzte unserem Stiefel so sehr zu, dass eine Auszeit zur Erholung und für Reparaturen dringend notwendig wurde.
     Acht mitfühlende und hilfsbereite Schuhmacher und drei Tischlermeister aus Leisnig nahmen sich des Stiefels an. Nach aufwändigen Sanierungsarbeiten wieder erfrischt und aufgestylt, durfte sich unser „Döbelner Großer“ noch einmal auf dem Leisniger Heimatfest den schaulustigen Festgästen zeigen. Danach eroberte er in mittelalterlich-ritterlicher Weise die Leisniger „Burg Mildenstein“. Seiner stützenden Innereien - Holzgerüst und Holzwolle - entledigt und in einer sackartigen Umhüllung verpackt, konnte er an der Burgmauer in die Höhe gezogen werden, erreichte das Burginnere durch ein großes Fenster. Alle im Wege stehenden Türen waren für seine Maße unpassierbar. In einem kleineren Saal der Burg genoss er seitdem seine Bleibe und erfuhr sachgerechte Betreuung.
     Von 1957 - 2001 machte sich als Pfleger und guter Geist der Leisniger Schuhmachermeister Gerhard Berthold einen Namen. In bewundernswerter Weise hat er sich bis zu seinem Tod mit Pflege- und Restaurierungsarbeiten um die Döbelner Leihgabe gekümmert, was man in Döbeln nicht vergessen sollte! Das gute Stiefelleben auf der „Burg Mildenstein“ ließ nur noch zweimal die Wanderlust in unserem Riesen aufkommen. Im Jahre 1965 besuchte er eine Handwerksausstellung in Karl-Marx-Stadt (heute wieder Chemnitz) und drei Jahre später sah man ihn das 850-jährige Stadtjubiläum von Zwickau feiern.
     Seitdem sind über vier Jahrzehnte verflossen und vieles, was in dieser langen Zeit geschah, können wir hier nur skizzenhaft erwähnen. Mit Beginn der politischen Zeitwende in Deutschland umwehte auch den Riesenstiefel der oftmals raue Wind der Marktwirtschaft. Die Eigentumsrechte der Stadt Döbeln am Stiefel mussten nun urkundlich erneut fixiert werden.
Seit Februar 1998 besteht zwischen den Städten Leisnig und Döbeln ein Leihvertrag, wonach die Leihfrist am 31. Dezember 2012 endet. Ebenso wurden die Vermarktungsrechte mit dem Riesenstiefel als Döbelner Original geklärt und geschützt.
     Außer, dass er gern gesehenes Schauobjekt der Besucher auf „Burg Mildenstein“ war, ist vieles „in seinem Namen“ geschehen und auf den Markt gekommen. So deckt er eine umfangreiche Souvenir-Palette ab. So gibt es u.a. Pins, Plüschstiefel in zwei Größen bis hin zu Erzeugnissen aus Glas. Im Jahre 1996 bauten sich die Leisniger ihren eigenen Riesenstiefel. Dazu erschufen sie eine Leisniger Stiefelwacht mit Transportfahrzeug für das Schuhwerk. Auch gibt es eine Gaststätte, die den Namen „Zum Stiefel“ trägt. Der „Leisniger“ ist zwar, wie alles heute, etwas größer als der „Döbelner“, aber das sieht unser Stiefel mit der Gelassenheit des Alters und den Rang des „Erstgeborenen“ kann ihm sowieso keiner nehmen.
In Döbeln wurde vom September 1993 bis 2005 die Druckschrift „Stiefelmagazin“ mit Beiträgen und Bildern aus Historie und Kultur Döbelns kostenlos publiziert. Zum Bedauern vieler Leser erscheint sie aus finanziellen Gründen nun nicht mehr.
     Von längerem Bestand wird sicher ein anderes Stiefelsymbol sein. Seit dem 26. Mai 2001 ziert ein 2,30 m großer Bronzestiefel auf dem Niedermarkt als neues Wahrzeichen die Stadt. Da die Errichter ihm Wasser als Beigabe hinzufügten, ist er sehr schnell als Stiefelbrunnen zu einem beliebten Besuchermagnet geworden. Das wassersprudelnde Kunstwerk, geschaffen von dem Dresdner Bildhauer Vinzenz Wranitschke, dürfte mit seiner Masse von 1,5 Tonnen ortsbeständiger als sein ledernes Vorbild sein.
     Und sollten uns künftig die Rückführungsprobleme unseres Stiefeloriginales sorgenbedingte Kopfschmerzen bereiten, so kann man heute pharmazeutische Abhilfe in der Apotheke „Zum Riesenstiefel“ am Dresdner Berg käuflich erwerben.
     Die "Döbelner Allgemeine Zeitung", das Landratsamt und die Döbelner Kreissparkasse verleihen an verdienstvolle Bürgerinnen und Bürger der Stadt und des Döbelner Umfeldes den „Goldenen Stiefel“. Jährlich findet der feierliche Auszeichnungsakt zum Sommerende im Rittersaal der Leisniger Burg statt. In vorher fünf, ab 2009 sechs Bewertungskategorien können Kandidaten, sprich Mitmenschen, die in ihren Ämtern und Ehrenämtern Gemeinnutz vor Eigennutz stellen, vorgeschlagen werden, von denen eine Jury die Preiswürdigsten auswählt. Zu den Kategorien gehören Ehrenamt, freundlicher Nachbar, Kunst und Kultur, Heimatpreis und Impulse, als neuer Preis für Aktivitäten der jüngeren Generation, und der Unternehmerpreis. Letztere Kategorie konnte im Jahre 2004 der Chef der Döbelner Stadtwerke, Herr Reinhard Zerge erringen, den unsere Vereinsmitglieder besser als 1. Vorsitzenden kennen.
     Abschließend sei noch der „Döbelner Schwarzbierstiefel“ aus dem Jahre 2004 genannt, vom Döbelner Brauhaus im Ratskeller auf den Markt gebracht. Hier gab es anfängliche Namensstreitigkeiten, die mit der festgelegten Bezeichnung „Zweiter Döbelner Riesenstiefel“ geschlichtet wurden. Ausgerüstet mit einem fahrbaren Untersatz hat er in dankbarer Weise die Reisetätigkeit des altersschwachen  Originals  als Werbeträger für Döbeln übernommen. Denn wir kennen ja den Slogan „Wer nicht wirbt, der stirbt!“ Dass es aber nicht immer hilft, mussten die „Väter des Schwarzen“ jüngst erfahren, als das Schwarzbier- Brauereiinterieur anstelle des Stiefels aus Döbeln abwanderte und der Zapfhahn im Februar 2009 zugedreht wurde.
     Im Jahre 2004 trat Döbeln als Stiefelstadt, vertreten durch den neuen Sportverein „Gib Leder 04“ für ganz Deutschland bei den Gummistiefelweitwurf-Meisterschaften recht erfolgreich in Berlin an. Bei dem aus Finnland stammenden Gaudisport kam im Jahre 2005 auf den Klosterwiesen ein Döbelner mit einer Wurfweite von 44,65 Metern zu „Deutscher Meister“-Ehren. 2009 war Döbeln erneut Austragungsort der Meisterschaften.
     Seit 2005 gibt es in der Döbelner Innenstadt den „stummen“ Stadtrundgang mit 28 ausgewählten Stationen, auf dem man, den gelben und roten Fußspuren in der moderaten Schuhgröße Nr. 45 folgend, durch die Stadt „stiefeln“ kann. An den derart markierten Punkten ist dann auf Schrifttafeln viel Wissenswertes über die Historie der zu sehenden Objekte vermerkt.
     Es gäbe noch mancherlei über den Döbelner Riesenstiefel zu berichten, aber unser Platz in der Mitgliederinformation reicht dafür nicht aus. Deshalb nur noch die Erwähnung des 80. Erschaffungstages unseres ledernen Freundes im Jahre 2005. Ihm zu Ehren gab es auf dem Obermarkt vor dem Rathaus ein Stiefelfest. Neben  dem  Stiefelmaskottchen, einer  tragbaren  Figur von 1,50 m Höhe und 20 kg Gewicht, der Döbelner Stiefelkönigin des Jahres 2005 und dem Innungsmeister Reichel waren auch die Stadtpatronin „Doblina“ nebst Bürgermeister und viel schaulustiges Volk zugegen. Nicht zu übersehende Gratulanten waren der Leisniger Riesenstiefel und sein Döbelner Schwarzbierkumpel, nur der Jubilar selbst, dargestellt auf einem großen Bildnis, musste aus bekannten Gründen einsam auf seinem „Altenteil“ in Leisnig verharren!
     Doch wir haben ihn keinesfalls vergessen und werfen einen optimistischen Blick voraus. Wenn auch das Flämmchen Hoffnung von Zeit zu Zeit nur schwach flackert, eine „Finanzspritze“ kann es auflodern lassen und Wunder bewirken. Im Jahre 2012 endet der Stiefelleihvertrag mit Leisnig und im gleichen Jahr feiert das ehrwürdige Döbelner Rathaus seinen 100. Geburtstag.
     Diese Daten und die oft beschworene Sorge um unsere älteren Weggefährten müssten doch den Europäischen Fördermitteltopf zum Geldfluss bringen. Die Kosten für die Stiefelrestaurierung und für eine klimatisierte Stiefelvitrine im Treppenhaus des Döbelner Rathauses, die mit 128.000 Euro zu Buche schlagen, sind wir wohl dem Erhalt des Riesenstiefels und der Erinnerung an seine Schöpfer schuldig.


Gerhard Heruth
"Traditions- und Förderverein Lessing-Gymnasium Döbeln" e.V.
Mitgliederinformation Nr. 37
Dezember 2009